Mobile Websites für Sölden Ötztal gelauncht

In den letzten Wochen ist ein von mir betreutes Projekt bei Wunderman PXP erfolgreich gelauncht worden, welches mir ob der Technologie und des Kunden sehr am Herzen liegt: für das Skigebiet Sölden und Obergurgl, in weiterer Folge für das gesamte Ötztal, haben wir mobile Varianten ihrer Websites entwickelt. Bewusst keine Apps, sondern mobile Webseiten!

Sölden Mobile StartseiteSölden Mobile WintersportberichtÖtztal Mobile Startseite

Obergurgl Mobile Startseite

Die Vorarbeiten zu dem Projekt begannen bereits im Sommer mit der Evaluierung von mobile Frameworks, die für das Projekt geeignet schienen.Wir haben uns die gebräuchlichsten Frameworks näher angesehen (Sencha Touch, jQuery Touch, jQuery Mobile, noch ein paar Spezialthemen wie Joshfire, iUI und xui) und mit dem aussichtsreichsten Kandidaten jQuery Mobile einen Prototypen erstellt.

Als inhaltliche Projektziele haben wir dann mit dem Kunden festgelegt: Die mobile Site sollte inhaltlich die normale Website widerspiegeln und auch einfach in der Wartung sein, d.h. keine Doppelstrukturen der Inhalte und Workflows. Das hieß, das von Sölden verwendete CMS so zu erweitern, damit Redakteure Metainformationen für den mobilen Kanal verwalten können und Inhalte zusätzlich zur Webvariante mittels jQuery Mobile angepasster Templates ausgespielt werden.  Wir wollten an erster Stelle moderne Smartphones unterstützen, weniger ältere Featurephones. Und, wir wollten nicht nur für iPhone und Android entwickeln, sondern eine möglichst breite Smartphoneabdeckung anbieten (iOS, Android, Nokia, BlackBerry, WinPhone), und auch weniger performante Smartphones ins Boot holen. Trotzdem war uns ein modernes und medienadäquates Look&Feel wichtig mit Funktionen wie Hoch- und Querformatanpassung bzw generell eine liquides UI mit Anpassung an die unterschiedlichen Displaygrössen.

Wir haben zur ersten Konzepterarbeitung die Google Analytics Daten für mobile Zugriffe analysiert und uns so ein Bild gemacht, was die mobilen User am häufigsten auf der Website ansurfen. Das Ergebnis findet sich jetzt auf der Startseite in den Quicklinks, die 5-6 wesentlichsten Inhalte, die für mobile Surfer von Interesse sind. Weiters haben wir uns lange überlegt, wie wir die Seitennavigation der normalen Website auf die Mobilvariante bringen. Wir haben uns dann dazu entschieden, dem Redakteur mit einfachen Optionen Contentseiten als reine Navigationsitems definieren zu lassen, die selbst nicht mehr in der Navigation ansurfbar sind und damit nur zur Strukturierung der Inhalte dienen. Damit ist nun ein flüssiges navigieren der Inhalte bis hin zur untersten Ebene möglich, ohne davor Knoten- und Indexseiten mit Teasern laden zu müssen. Zusätzlich können für den Mobilkontext unpassende Seiten und Seitenelemente vom Redakteur selektiv ausgeblendet werden.

Für die nächste Ausbaustufe haben wir noch ein paar nette Ideen auf Lager, die gibts dann hier wieder im Detail, sobald sie gelauncht sind. Mein Dank geht an Christoph und Gumpi für die Programmierung, Ramin für die Designs, Jürgen und Lukas für die Evaluierung und Prototypenerstellung, Bernhard für das technische  Konzept. Weiters an Roland und Jakob für die tolle Zusammenarbeit  auf Kundenseite.

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Vienna Location Service als Sieger des Projektstipendiums beim BBDEV#3

Gemeinsam mit Klemens Schrattenbacher von RIM haben wir bei der Blackberry Developer Gruppe Wien ein Projektstipendium in Höhe von 2500 USD ausgeschrieben. Letzten Donnerstag war es nun soweit, 6 Finalisten haben sich der Abstimmung durch das zahlreich erschienene Publikum gestellt. Folgende Nominierten haben ihre Ideen und Projekte jeweils in 5 Minuten beim Blackberry Developer Meeting #3 letzten Donnerstag präsentiert:

  • Dr Sun: Eine App zur Ermittlung der Eigenschutzzeit der Haut bzw des nötigen Sonnenschutzfaktors. Präsentiert von Martin Koch
  • conference2go: Konferenzplanungstool (Client für Besucher, Manager App zur Planung) für Blackberry Smartphone und Playbook von Florian Pirchner und  Ekkehard Gentz
  • Naturführer: App zur Erkennung von Pflanzen und Pilzen über Mustererkennung, Orts-und Jahreszeitplausibilität. Präsentiert von Andrea Kerth von 7twenty.
  • CMS2App: Eine WordPress-Erweiterung, um WordPress als CMS für eine BlackBerry App zu verwenden und ohne Programmierkenntnisse eine App zu erstellen. Entwickelt von der Firma Creative Workline aus Wien/Berlin, präsentiert von Klemens Zleptnig
  • BlackBird: Twitter Client fürs Playbook, entwickelt von Genoa
  • Vienna Location Service: Eine BlackBerry App fürs Smartphone und fürs Playbook für den schnellen Zugriff auf Umgebungsinformationen (Zugriff auf die Daten der Stadt Wien über die OpenData Initiative, wie Öffentliche Trinkbrunnen, WCs, Museen, Krankenhäuser, Citybike Stationen, Events uvm). Präsentiert von Aldrian Peter, Meier Uwe und Pura Andre von Mappau.
bbdev#3 Blackberry Developer Group Preisverleihung Projektstipendium
Alle Besucher des Blackberry Developer Meetings waren stimmberechtigt, ich hab gemeinsam mit Michael Hilgers die Auszählung der 28 gültigen Stimmzettel gemacht. Hier die Rangliste der ersten 3:
  1. Vienna Location Service von Peter, Uwe und Andre von Mappau.
  2. Naturführer von Andrea von 7TWENTY
  3. BlackBird von Genoa
Ich war generell von den ausgewählten Projekten angetan, die Siegeridee hat dann denke ich weniger aufgrund der Neuigkeit der Idee denn der liebevollen Details in der Umsetzung gewonnen. Ausserdem haben meiner Meinung nach die 3 Jungs von Mappau gut der Idee des Projektstipendiums entsprochen. Gratulation an Peter, Uwe und Andre – ich hoffe wir sehen die App bald in der AppWorld. Weiters natürlich danke an die anderen Teilnehmer fürs mitmachen (@Teilnehmer: Wenn ihr mir den Link zu eurer Präsentation schickt, verlinke ich das gerne).

Ötztal/Sölden Wander- und Radrouten Version 2 gelauncht

Letzte Woche haben wir bei Wunderman PXP die neue Wander- und Radroutendatenbank für Ötztal/Sölden gelauncht. Ich war in den letzten Monaten mit meinen Kollegen Christoph, Clemens und Ramin dran, die erste Version der interaktiven Kartenlösung von 2009 zu überarbeiten, neue Funktionen zu planen und die Usability zu steigern.

Ich denke, das ist uns gut gelungen. Im ersten Screenshot findet sich die Ötztaler Variante der Kartenansicht der Wanderrouten (http://www.oetztal.com/map). Die Sölder Variante findet sich sinngemäß unter http://www.soelden.com/map, die Obergurgler Variante unter http://www.obergurgl.com/map/.  Die 3 Varianten unterscheiden sich nach CI, Kartenausschnitt und Ziel-URLs für Detailrouten und POIs.

Ötztal/Sölden Routendatenbank Kartenansicht

Ötztal/Sölden Routendatenbank Kartenansicht

Die mittlerweile schon recht zahlreichen Wander- und Radrouten können wie im Bild sichtbar über Metadaten wie Kategorien, Schwierigkeitsgrad, Routenlänge und Freitexteingabe gefiltert werden. Zusätzlich können wichtige Wegpunkte, wesentlich zur Orientierung beim Planen der Wanderung, eingeblendet werden. Ein Umschalter zwischen Kartenansicht (im Bild) und Listenansicht (siehe weiter unten) bietet verschiedene Zugänge zu den Routeninfos.

Die Kartenansichten sind mit Map Toolkit von Toursprung umgesetzt und verwenden wiederum Google Maps oder Open Streetmap. Die Freunde vom Ötztal Tourismus sind seit einiger Zeit aktiv mit GPS Geräten im Gelände unterwegs und nehmen so alle Touren auf und geben sie in die Datenbank ein. In den nächsten 12 Monaten ist mit einer fast vollständigen Erfassung aller Routen und wesentlichen POIs (Point of Interests wie Hütten, Seen, Wegpunkte, …) im Ötztal zu rechnen.

Der nächste Screenshot zeigt die Detailansicht einer Wanderroute, konkret der „Hüttentour Windachtal„. Einen (kleinen) Teil der Tour bin ich bei den letzten Firmenausflügen nach Sölden bereits gegangen, eine tolle Wanderung bei der mir auch einige Ideen für die Routendatenbank gekommen sind. Besonders die Wichtigkeit der Hervorhebung der Wegpunkte ist mir damals bei einem der Wegweiserkreuze bewusst geworden. Jede Tour besteht aus einer mehr oder weniger grossen Anzahl von Einzelsegmenten, die von Wegkreuz zu Wegkreuz reichen.

Sölden/Ötztal Routendatenbank - Detailroute

Sölden/Ötztal Routendatenbank - Detailroute

Hat man diese Besonderheit in seine Routendatenbank eingebaut, bietet sich ab dann als Möglichkeit die Anzeige eines Wandernetzes: die kreuzenden Touren und die Wegpunkte (POIs in der Datenbank). Jede Tour, die an einem der Wegpunkte mit einer der anderen Touren kreuzt, wird so angezeigt und kann so zur individuellen Planung einer Wanderung verwendet werden. Die kreuzenden Touren können in der obigen Ansicht eingeblendet und zur weiteren Navigation verwendet werden. Die Wegpunkte und die Vorschaubilder zeigen die einzelnen Stationen der Tour. Die Vorschaubilder erzeugen sich automatisch aus der Datenbank der Punkte auf der Tour.

Zusätzlich können bei jedem Wegpunkt alle durch den Wegpunkt führenden Routen angezeigt werden (siehe zb den POI Sölden)

Sölden/Ötztal Routen DB: Ansicht eines Wegpunkts (POIs)

Sölden/Ötztal Routen DB: Ansicht eines Wegpunkts (POIs)

Im Screenshot sind alle von einer Hütte ausgehenden Radrouten ersichtlich (jede Route jeweils in einer anderen Farbe markiert). Zusätzlich sind weitere POIs der Gegend eingeblendet

Eine Listenansicht als Alternative zur Kartendarstellung war den Kollegen vom Ötztal Tourismus sehr wichtig:

Sölden/Ötztal Routendatenbank - Listenansicht

Sölden/Ötztal Routendatenbank - Listenansicht

Als kleine Spielerei erhält man bei Mouseover über das Vorschaubild eine Diashow aller Wegpunkte.

Weiters sorgt eine angepasste Druckfunktion für die Wander- und Radrouten, die Downloadmöglichkeit von Infobroschüren bei ausgewählten Touren und die Exportmöglichkeit der GPS-Tracks für eine Mitnahmemöglichkeit der Infos auf den Berg.

Und für den nächsten Relaunch haben wir schon wieder viele Ideen für Verbesserungen und neue Features.


2500 US$ Projektstipendium für mobile Projekte zu Vergeben

Nachdem beim letzten Blackberry Developer Group Meeting Vienna ein Wettbewerb über 2500 USD angekündigt wurde, haben wir es nun endlich geschafft, uns mit Klemens von Research in Motion auf die Konditionen zu einigen: Wir haben uns bewusst gegen einen typischen App Contest entschieden, und schreiben stattdessen ein Projektstipendium für geplante oder laufende Projekte aus.

Zielgruppe sind dabei Studenten, Studentengruppen oder Lehrer/Studentengruppen und geplante Semesterprojekte, weiters Startups oder einzelne Programmierer, die sich Prototypen oder Research fördern lassen wollen.

Es geht dabei um „mobile Projekte“, nicht speziell um klassische Apps. 

Es reicht, die Idee einzureichen, sie beim nächsten BBDevVie #3 am 15 September 2011 zu präsentieren und das Publikum zu überzeugen. Natürlich könnt ihr befreundete Developer und Kollegen mitnehmen, die euch bei der Abstimmung unterstützen. Die Vorauswahl der eingereichten Projekte übernimmt eine fachkundige Jury.

Also, ich hoffe ein paar spannende Ideen am 15. September zu sehen. Alle Details und Teilnahmebedingungen findet ihr unter RIM/BBDevVienna Projektstipendium auf bbdev.at.

PS: Ich organisiere ehrenamtlich gemeinsam mit Michael und Erik die BlackBerry Developer Group Vienna. Bei Fragen und Anregungen zur Gruppe, zum Projektstipendium oder zu BlackBerry Themen könnt ihr gerne einen von uns ansprechen.


1st Blackberry Developer Group Meeting Vienna

Gestern war im Mellow das erste Blackberry Developer Group Meeting in Wien, freundlicherweise organisiert von Michael Hilgers von mhil it-consulting. Die Besucher sind sogar aus Tschechien angereist, von RIM war Klemens Schrattenbacher, Senior Alliance Manager CEE, dabei und hat ein paar aktuelle News vom Mobile World Congress verraten und ein Playbook zum Ausprobieren mitgebracht.

Ich konnte das Playbook ein paar Minuten ausprobieren, das Playbook ist auf den ersten Blick ein feines, schön verarbeitetes Gerät mit einem interessanten Betriebssystem. RIM hat ja mit der Übernahme von QNX das gleichnamige QNX OS für seine zukünftigen Tablets portiert und wird dies lt Schrattenbacher eventuell auch auf Smartphones bringen (sofern diese Doppelkernprozessoren beinhalten). Das Playbook gibts in den USA noch in Q1 für unter 500$. Mich erinnert die Möglichkeit des tatsächlichen Multitaskings an das Maemo N900. Die Programme laufen tatsächlich im Hintergrund weiter und zeigen auch in der Vorschau die realen Inhalte. Das Playbook unterstützt Flash und setzt auch als Programmierwerkzeug stark auf die Technologien von Adobe (Flash, Air). Hier ein Video einer aktuellen Demo vom MWC:

Wer Interesse an zukünftigen Meetings der Blackberry Developer Group Vienna hat schaut am besten regelmässig auf http://bbdev.mhil.at.


Barcamp und MobileCamp am 20. und 21. November bei HP

Ich hab mir die Barcamp Regel, aktiv zum gelingen des Barcamps beizutragen, zu Herzen genommen und helfe gemeinsam mit ein paar Freunden und Bekannten bei der Planung und Durchführung des nächsten Barcamp in Wien am 20. und 21. November bei HP.
ACHTUNG: Der Termin für das Barcamp und das MobileCamp wurde geändert, es war ursprünglich für Anfang Oktober geplant.

Zusätzlich zum  für alle Themen offenen Barcamp gibt es das MobileCamp mit (hoffentlich vielen) Beiträgen rund um Mobile Web, Apps, Devices und Services. Das Barcamp/MobileCamp wird bei HP stattfinden und es sind natürlich alle willkommen vorbeizuschauen.
Wer sich von den Barcamp Regeln abschrecken lässt kann beruhigt sein, niemand muss dort was präsentieren, es geht nur um das aktive teilnehmen und mitdiskutieren. Bei erwarteten 200 Teilnehmern wäre alles andere auch schwierig. Das Barcamp findet Samstag/Sonntag statt, man kann natürlich auch nur an einem Tag vorbeikommen.
Es freut mich, gemeinsam mit Eva-Maria, Kathrin, Dieter, Mark und Erich zum Gelingen des Barcamps beizutragen und hoffe ich kann viele dazu animieren hinzugehen.

Werbeblocker – AdBlocker Technologien

Ich habe bereits mal vor einigen Jahren und nun wieder die letzten Tage die vorhandenen AdBlocker Technologien evaluiert, weil ich darauf aufbauend ein userzentriertes Werbenetzwerk (sowas wie eine sinnvolle Variante des ehemaligen  AllAdvantage.com oder des mittlerweile wieder toten agloco) durchdacht habe. Hier meine Erkenntnisse der Evaluierung der verfügbaren Werbeblocker.

Was sind AdBlocker: Ein AdBlocker oder Werbeblocker verhindert die Anzeige von Werbung (Display Ads oder AdWords) auf Webseiten oder in Applikationen. Der professionelle Werber wird sich fragen: Ja, dürfen’s denn des?

Nach einer Auskunft eines Medienanwalts ist die klare Antwort „Ja“, solange das Verfügungsrecht über die Daten auf dem lokalen PC auf Seiten des Berechtigten (PC-Users) bleibt. Wenn die Transparenz über die Funktionsweise des Plugins für den Benutzer ausreichend dargestellt wird, verstösst der Pluginanbieter auch nicht gegen § 126a StGB Datenbeschädigung.

Die Diskussion über das Für-(Reduzierung von Bandbreite und Störquellen) und Wider (Werbeeinnahmenentgang für Inhalteanbieter) zu AdBlocker findet sich an vielen Stellen im Web und ist mir hier nur ein kurzes Statement wert:  Ich bin froh, dass das Internet nach einem so offenen Prinzip funktioniert, welches das Ausfiltern von Werbung ebenfalls möglich macht. Gott sei Dank wurde das Internet nicht von einem Werber erfunden. Der Rest ist Vertrauens – und Loyalitätsaufbau mit dem Kunden. Da werden auch so lustige Seiten der Werbeindustrie nichts helfen: http://www.adblocker.at/adblock/

Bei der Funktionsweise der Werbeblocker kann man nach den Typen „Browserplugin“ (zb AdBlock Plus) und „lokale Proxyapplikation“ (zb AdMuncher) unterscheiden:

  • Die Browserplugins verhindern entweder den Aufruf der Werbung (Blocken des http-Requests, bevor er an den Webserver des Werbebetreibers gesendet wird) oder verstecken Werbung, nachdem sie geladen wurde (weil sie zb direkt in der Website eingebettet ist und nicht erst extern geladen wird). Die meiste Werbung kann schon ausgefiltert werden, bevor die Werbebanner geladen werden. Es reduziert sich also gleichermaßen Netzwerktraffic wie die Werbeeinnahmen von Sitebetreiber. Die meisten Browserplugins arbeiten bei der Erkennung von Werbung auf Basis von Filterregeln (zb filtere alle URLs, die ‚&ad_keyword=‘ enthalten).
  • Applikationsproxies wie AdMuncher sind komplizierter in der Handhabung, können theoretisch aber verlässlicher filtern: AdMuncher ist eine Clientapplikation für Windows, die sich selbst als Proxy registriert. Das heisst, alle Http-Requests werden an AdMuncher gesendet und dort nach definierten Filterregeln gefiltert und geblockt. Deshalb kann AdMuncher Werbung aus allen Programmen filtern, d.h. sowohl aus Webseiten als auch aus installierten Applikationen wie Kazaa.

Die Zahl der unterschiedlichen Browserplugin-Produkte sind in den letzten 3 Jahren deutlich gestiegen, mit den Pluginmöglichkeiten für Safari und Chrome werden nun alle relevanten Browsertechnologien unterstützt: es gibt AdBlocker für Firefox (AdBlock Plus), IE (IE7Pro, Adblock IE, Quero), Safari (AdBlock for Safari) und Chrome (AdBlock for Chrome),  Opera wurde von mir nicht betrachtet.

Viele der von mir betrachteten Plugins verwenden mittlerweile die von AdBlock Plus etablierten Filterlisten, weshalb das Ausfiltern von Werbenetzwerken auch so effizient funktioniert. Die zentral gewarteten Listen werden ständig upgedatet und schnell an alle Clients verteilt.

Die AdBlocker temporär zu umgehen wäre grundsätzlich möglich (zb Ändern von URLs, Server Side Includes der Ads), ist aber bei grösseren Werbenetzwerken schwierig und kommt schlussendlich einem Katz und Mausspiel zwischen Adblocker und Werbenetzwerk gleich. Einige Seiten versuchen AdBlocker zu detektieren und zeigen dem Endbenutzer dann einen Warnhinweis an, appellieren an seine Loyalität den Werbeblocker abzuschalten(zb bei tvshack hab ich das mal beobachtet). Eine Beschreibung der Vorgangsweise der Erkennung von installierten Werbeblockern findet sich bei thepcspy (Javascript Test auf Höhe eines iFrame, in das eine Google Werbung geladen wird. Wenn = 0, dann Werbeblocker),  eine Demo der Detection und Warnhinweis findet sich unter adblock.org

Grundsätzliche Technologien und Produkte

Im Internet Explorer werden die Werbeblocker auf Basis der Browser Helper Objects implementiert. Im Firefox basieren sie auf den Gecko Content Policies. Im Webkit hab ich mir die dahinterliegende Technologie noch nicht angesehen.

Hier eine Liste der Werbeblocker ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Admuncher

  • URL: http://www.admuncher.com/
  • Black / Whitelisting von Hostnamen, Pfaden, etc
  • Generelle (*ad*) und spezielle Filteregeln (tradedoubler.com/*)
  • Regeln für Sourcecodeeinbringung in spezielle Sites (css hacks)
  • Zentral verwaltete Listen
  • Eigene Listenerweiterungen definierbar
  • Meldungen über Advertisement-Sites durch User an Admuncher Redaktion
  • Admuncher kann durch Proxy alles (In IE und Moz Browser, Email-Client, Images, Flash, Textads von Hosts) mit einer hohen Trefferquote (zb. Javascript-Erzeugung von URL’s hat keinen Einfluss) filtern

Quero

  • URL: http://www.quero.at/
  • Reagiert auf Wörter wie „banner“ in Image Namen
  • blockt ALLE Flash Objects, nicht nur spezielle von Adserver
  • schreibt HTML-Datei um (HTMLFilter), kommentiert verdächtige IMG-Links aus
  • Sehr schwache Implementierung, keine hohe Trefferquote mit angewandten Verfahren möglich (zumindest Stand 2007)
  • Seit Ende 2009 Open Source (GPLv3)

IE7Pro

  • URL: http://www.ie7pro.com/
  • White / Blacklisting
  • Blacklist stark Keywordbasiert (ad*, adbot*, etc)
  • für IE6, IE7 und höher

Adblock IE

http://adblockie.codeplex.com – nicht näher betrachtet

Adblock / Adblock Plus

Die Entwicklung von Adblock wurde eingestellt. Daraus hat sich der Fork AdBlock Plus entwickelt. Grundsätzlich macht AdBlock Plus eine Interception der Requests (Blocking), fängt die Calls also ab, bevor sie gesendet werden. Für Spezialfälle (statische Werbung in HTML) gibt es allerdings auch die Regeln, um direkt Divs im Content zu verstecken (Hiding).

AdBlock for Chrome

Arbeitet auf den AdBlock Plus Listen. GPLv3
https://chrome.google.com/extensions/detail/gighmmpiobklfepjocnamgkkbiglidom?hl=de

AdBlock for Safari

Port von AdBlock for Chrome zu Safari, arbeitet also auch auf den AdBlock Plus Listen. GPLv3
http://safariadblock.com/

Safari AdBlocker

Verwendet die AdBlock Plus Listen. Nur für Safari auf Mac
http://www.sweetpproductions.com/safariadblocker/index.htm

NoScript Plugin für Firefox

Nicht direkt ein AdBlocker, aber bekanntes Plugin, welches das Ausführen von KJavascripts unterbindet. Kann auch zum ausfiltern von Ads verwendet werden. URL: https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/722/