Mobile Websites für Sölden Ötztal gelauncht

In den letzten Wochen ist ein von mir betreutes Projekt bei Wunderman PXP erfolgreich gelauncht worden, welches mir ob der Technologie und des Kunden sehr am Herzen liegt: für das Skigebiet Sölden und Obergurgl, in weiterer Folge für das gesamte Ötztal, haben wir mobile Varianten ihrer Websites entwickelt. Bewusst keine Apps, sondern mobile Webseiten!

Sölden Mobile StartseiteSölden Mobile WintersportberichtÖtztal Mobile Startseite

Obergurgl Mobile Startseite

Die Vorarbeiten zu dem Projekt begannen bereits im Sommer mit der Evaluierung von mobile Frameworks, die für das Projekt geeignet schienen.Wir haben uns die gebräuchlichsten Frameworks näher angesehen (Sencha Touch, jQuery Touch, jQuery Mobile, noch ein paar Spezialthemen wie Joshfire, iUI und xui) und mit dem aussichtsreichsten Kandidaten jQuery Mobile einen Prototypen erstellt.

Als inhaltliche Projektziele haben wir dann mit dem Kunden festgelegt: Die mobile Site sollte inhaltlich die normale Website widerspiegeln und auch einfach in der Wartung sein, d.h. keine Doppelstrukturen der Inhalte und Workflows. Das hieß, das von Sölden verwendete CMS so zu erweitern, damit Redakteure Metainformationen für den mobilen Kanal verwalten können und Inhalte zusätzlich zur Webvariante mittels jQuery Mobile angepasster Templates ausgespielt werden.  Wir wollten an erster Stelle moderne Smartphones unterstützen, weniger ältere Featurephones. Und, wir wollten nicht nur für iPhone und Android entwickeln, sondern eine möglichst breite Smartphoneabdeckung anbieten (iOS, Android, Nokia, BlackBerry, WinPhone), und auch weniger performante Smartphones ins Boot holen. Trotzdem war uns ein modernes und medienadäquates Look&Feel wichtig mit Funktionen wie Hoch- und Querformatanpassung bzw generell eine liquides UI mit Anpassung an die unterschiedlichen Displaygrössen.

Wir haben zur ersten Konzepterarbeitung die Google Analytics Daten für mobile Zugriffe analysiert und uns so ein Bild gemacht, was die mobilen User am häufigsten auf der Website ansurfen. Das Ergebnis findet sich jetzt auf der Startseite in den Quicklinks, die 5-6 wesentlichsten Inhalte, die für mobile Surfer von Interesse sind. Weiters haben wir uns lange überlegt, wie wir die Seitennavigation der normalen Website auf die Mobilvariante bringen. Wir haben uns dann dazu entschieden, dem Redakteur mit einfachen Optionen Contentseiten als reine Navigationsitems definieren zu lassen, die selbst nicht mehr in der Navigation ansurfbar sind und damit nur zur Strukturierung der Inhalte dienen. Damit ist nun ein flüssiges navigieren der Inhalte bis hin zur untersten Ebene möglich, ohne davor Knoten- und Indexseiten mit Teasern laden zu müssen. Zusätzlich können für den Mobilkontext unpassende Seiten und Seitenelemente vom Redakteur selektiv ausgeblendet werden.

Für die nächste Ausbaustufe haben wir noch ein paar nette Ideen auf Lager, die gibts dann hier wieder im Detail, sobald sie gelauncht sind. Mein Dank geht an Christoph und Gumpi für die Programmierung, Ramin für die Designs, Jürgen und Lukas für die Evaluierung und Prototypenerstellung, Bernhard für das technische  Konzept. Weiters an Roland und Jakob für die tolle Zusammenarbeit  auf Kundenseite.


Vienna Location Service als Sieger des Projektstipendiums beim BBDEV#3

Gemeinsam mit Klemens Schrattenbacher von RIM haben wir bei der Blackberry Developer Gruppe Wien ein Projektstipendium in Höhe von 2500 USD ausgeschrieben. Letzten Donnerstag war es nun soweit, 6 Finalisten haben sich der Abstimmung durch das zahlreich erschienene Publikum gestellt. Folgende Nominierten haben ihre Ideen und Projekte jeweils in 5 Minuten beim Blackberry Developer Meeting #3 letzten Donnerstag präsentiert:

  • Dr Sun: Eine App zur Ermittlung der Eigenschutzzeit der Haut bzw des nötigen Sonnenschutzfaktors. Präsentiert von Martin Koch
  • conference2go: Konferenzplanungstool (Client für Besucher, Manager App zur Planung) für Blackberry Smartphone und Playbook von Florian Pirchner und  Ekkehard Gentz
  • Naturführer: App zur Erkennung von Pflanzen und Pilzen über Mustererkennung, Orts-und Jahreszeitplausibilität. Präsentiert von Andrea Kerth von 7twenty.
  • CMS2App: Eine WordPress-Erweiterung, um WordPress als CMS für eine BlackBerry App zu verwenden und ohne Programmierkenntnisse eine App zu erstellen. Entwickelt von der Firma Creative Workline aus Wien/Berlin, präsentiert von Klemens Zleptnig
  • BlackBird: Twitter Client fürs Playbook, entwickelt von Genoa
  • Vienna Location Service: Eine BlackBerry App fürs Smartphone und fürs Playbook für den schnellen Zugriff auf Umgebungsinformationen (Zugriff auf die Daten der Stadt Wien über die OpenData Initiative, wie Öffentliche Trinkbrunnen, WCs, Museen, Krankenhäuser, Citybike Stationen, Events uvm). Präsentiert von Aldrian Peter, Meier Uwe und Pura Andre von Mappau.
bbdev#3 Blackberry Developer Group Preisverleihung Projektstipendium
Alle Besucher des Blackberry Developer Meetings waren stimmberechtigt, ich hab gemeinsam mit Michael Hilgers die Auszählung der 28 gültigen Stimmzettel gemacht. Hier die Rangliste der ersten 3:
  1. Vienna Location Service von Peter, Uwe und Andre von Mappau.
  2. Naturführer von Andrea von 7TWENTY
  3. BlackBird von Genoa
Ich war generell von den ausgewählten Projekten angetan, die Siegeridee hat dann denke ich weniger aufgrund der Neuigkeit der Idee denn der liebevollen Details in der Umsetzung gewonnen. Ausserdem haben meiner Meinung nach die 3 Jungs von Mappau gut der Idee des Projektstipendiums entsprochen. Gratulation an Peter, Uwe und Andre – ich hoffe wir sehen die App bald in der AppWorld. Weiters natürlich danke an die anderen Teilnehmer fürs mitmachen (@Teilnehmer: Wenn ihr mir den Link zu eurer Präsentation schickt, verlinke ich das gerne).

2500 US$ Projektstipendium für mobile Projekte zu Vergeben

Nachdem beim letzten Blackberry Developer Group Meeting Vienna ein Wettbewerb über 2500 USD angekündigt wurde, haben wir es nun endlich geschafft, uns mit Klemens von Research in Motion auf die Konditionen zu einigen: Wir haben uns bewusst gegen einen typischen App Contest entschieden, und schreiben stattdessen ein Projektstipendium für geplante oder laufende Projekte aus.

Zielgruppe sind dabei Studenten, Studentengruppen oder Lehrer/Studentengruppen und geplante Semesterprojekte, weiters Startups oder einzelne Programmierer, die sich Prototypen oder Research fördern lassen wollen.

Es geht dabei um „mobile Projekte“, nicht speziell um klassische Apps. 

Es reicht, die Idee einzureichen, sie beim nächsten BBDevVie #3 am 15 September 2011 zu präsentieren und das Publikum zu überzeugen. Natürlich könnt ihr befreundete Developer und Kollegen mitnehmen, die euch bei der Abstimmung unterstützen. Die Vorauswahl der eingereichten Projekte übernimmt eine fachkundige Jury.

Also, ich hoffe ein paar spannende Ideen am 15. September zu sehen. Alle Details und Teilnahmebedingungen findet ihr unter RIM/BBDevVienna Projektstipendium auf bbdev.at.

PS: Ich organisiere ehrenamtlich gemeinsam mit Michael und Erik die BlackBerry Developer Group Vienna. Bei Fragen und Anregungen zur Gruppe, zum Projektstipendium oder zu BlackBerry Themen könnt ihr gerne einen von uns ansprechen.


Symbian, Maemo, iPhone, Blackberry, WP7 oder Android – And the winner is ..

Ich hab die letzten Jahre viele Smartphone Betriebssysteme im täglichen Einsatz ausprobiert: Symbian, Maemo, Android, iOS und Win Phone 7. Nachdem ich nun endlich auch die Gelegenheit hatte, ein gutes Blackberry Device auszuprobieren, wollte ich nun endlich diesen Artikel abschliessen, den ich schon lange geplant hatte: Das meiner Meinung nach beste mobile OS ist …

Nach den ersten paar Geräten hab ich gedacht, das non-plus-ultra der Smartphones erreicht zu haben. Mittlerweile komm ich drauf, alle haben ein paar gute Eigenschaften und keines ist wirklich perfekt. Ein echtes Multitasking wie im Maemo N900 (oder scheinbar auch vom neuen Nokia N9 mit Maemo 6), die Notifications und der Browser von Android, die Tastatur vom Nokia E7,  das simple UI und der gute Texteditor von iOS,  die Standby-Uhr vom N8, die stabile Telefoniefunktion von Blackberry, die schönen Apps von Win Phone 7 – das wär ein ultimatives Smartphone.

Meine Smartphone-Erlebnisse im Detail:

  • Nokia E61: Von 2006 – 2009 (Symbian Series 60 3rd Edition): War damals ein gutes Arbeitstier, aber ich habs eindeutig zu lange behalten
  • Nokia N97: Mitte 2009 – Nov 2009 (Symbian Series 60 5th Edition): ich hab mirs lange schön geredet (und anderen eingeredet – siehe unsere Social Media N97at Aktion 2009), aber es war sowohl von der Hardware als auch von der Software ein schlimmes Teil.
  • Nokia N900: Nov 2009 – Feb 2010 (Maemo 5): seiner Zeit voraus – leider auch der nötigen Akkutechnologie. Nachwievor in der Erinnerung ein Wahnsinns-Gerät, super OS, echtes Multitasking, allerdings bzgl Apps leider Aussenseiter und Akkulaufzeit im Echtbetrieb von nur wenigen Stunden. Während unserer N900 Blog- und Developerkampagne hab ichs gern verwendet
  • Motorola Milestone: März 2010 – Feb 2011 (Android 2.0, Update auf Android 2.1): Aufgrund der Tastatur und Android mein Long-Time Favorite. Tolle Hardware und Performance, gutes OS.
  • iPhone 3G: Juni 2010 – August 2010 (iOS 3.1): Ein iPhone halt. Aber leider kein iPhone 4
  • Nokia N8 – September 2010 (Symbian^3): Zu dem Zeitpunkt war ich dem Symbian Thema schon entwachsen. Die OS Updates waren ok, aber das beste an dem Handy war die Standby Uhr. Besonders enttäuscht war ich vom nachwievor schlechten Browser. Habs nach wenigen Wochen wieder getauscht
  • Nokia E7 – März 2011 (Symbian^3): Gute Hardware und Tastatur, aber Software leider veraltet – siehe N8
  • Google Nexus S – April 2011 (Android 2.3): Ein tolles und schönes Gerät, mit einem wirklich ausgereiften Android – und gekauft, weil es die Updates direkt von Google bringt. Leider keine Tastatur
  • Samsung Galaxy 3 – April 2011 – Jetzt (Android 2.1): Mein privates „Telefon“, hat ein 20€ Nokia abgelöst  – aufgrund der schlechten Performance und Herstelleranpassungen eigentlich ein Usability-Monster, aber das syncen der Telefonkontakte ist alles was ich brauche – und als „Telefon“ ist es vertretbar.
  • Samsung Omnia 7 – April 2011 – Juni 2011(Win Phone 7): Gemischte Gefühle – ein schönes OS ist zwar ein Anfang, aber nicht alles. In den Details zeigen sich die Schwachstellen des ersten WP7-OS-Wurfs. Aber für Microsoft (und Nokia) ein guter Weg nach vorne. Mein vorherrschendes Gefühl mit dem Gerät: ich bin schlecht informiert, und der Browser ist echt nicht gut. Aber wird vermutlich beim nächsten OS Update besser.
  • Blackberry Torch – Juli 2011 – Jetzt (Blackberry 6 OS): Eine echte Überraschung – das Blackberry OS benötigt zwar viel zu viele Aktionstasten und verlangt teilweise echt schräge Interaktionsschritte, aber wenn man nach längerer Eingewöhnung zum Arbeiten findet, ist es ein brauchbares Arbeitsgerät. Der Browser ist leider immer noch deutlich schlechter als bei iOS oder Android. Ich bin gespannt, was OS 8 mit QNX bringt
Fazit: Meine Anforderungen an ein Smartphone sind recht durchschnittlich: gute Performance, am besten Hardware-Tastatur, ein guter Texteditor  und als Hauptsache einen wirklich guten Browser. Ich verwende ausserdem viele Google Services und viele verschiedene Mailboxen (Exchange und Google), aus diesem Grund liegt mir Android als Betriebssystem derzeit am nächsten. Ich finde bei Android ist momentan die Exchange- und Google-Konten Synchronisation (eMail, Termine, Kontakte) wirklich gut gelöst. Bei den Apps brauch ich weder Spiele noch die Millionen an Marketing Apps, einige sinnvolle Apps gibts aber leider häufig nur für iOS und Android. Aus diesem Grund führt für mich derzeit nichts an Android vorbei.
Was mir jetzt auf meiner Liste noch fehlt ist ein Samsung Bada, evtl ein Gerät mit webOS, ein Meego oder Maemo 6 und evtl ein iPhone 4. Sobald ich die getestet habe werde ich die Liste updaten.

1st Blackberry Developer Group Meeting Vienna

Gestern war im Mellow das erste Blackberry Developer Group Meeting in Wien, freundlicherweise organisiert von Michael Hilgers von mhil it-consulting. Die Besucher sind sogar aus Tschechien angereist, von RIM war Klemens Schrattenbacher, Senior Alliance Manager CEE, dabei und hat ein paar aktuelle News vom Mobile World Congress verraten und ein Playbook zum Ausprobieren mitgebracht.

Ich konnte das Playbook ein paar Minuten ausprobieren, das Playbook ist auf den ersten Blick ein feines, schön verarbeitetes Gerät mit einem interessanten Betriebssystem. RIM hat ja mit der Übernahme von QNX das gleichnamige QNX OS für seine zukünftigen Tablets portiert und wird dies lt Schrattenbacher eventuell auch auf Smartphones bringen (sofern diese Doppelkernprozessoren beinhalten). Das Playbook gibts in den USA noch in Q1 für unter 500$. Mich erinnert die Möglichkeit des tatsächlichen Multitaskings an das Maemo N900. Die Programme laufen tatsächlich im Hintergrund weiter und zeigen auch in der Vorschau die realen Inhalte. Das Playbook unterstützt Flash und setzt auch als Programmierwerkzeug stark auf die Technologien von Adobe (Flash, Air). Hier ein Video einer aktuellen Demo vom MWC:

Wer Interesse an zukünftigen Meetings der Blackberry Developer Group Vienna hat schaut am besten regelmässig auf http://bbdev.mhil.at.


Nokia App Forum Alps – Entwicklerkonferenz für Mobile/Webdeveloper in Hagenberg

Ich bin nun seit ca 4 Monaten dabei, für Nokia Österreich und Nokia Schweiz ein grösseres Projekt umzusetzen, bei dem es um den Beziehungsaufbau von Nokia AT/CH zu lokalen Developer und Entwicklerfirmen geht. Das Projekt hat sich im Zuge des Launch des Nokia N900 entwickelt (das N900 ist ein Linux (Maemo OS) basiertes Nokia Phone, welches ich jetzt  schon seit Monaten sehr gerne verwende )

Die genauen Inhalte der Gesamtaktion kann man auf www.nokiaappforum.com nachlesen (Blog Seeding des N900, Developer Competition, Developer Conference), am 5. und 6. März geht eine Developerkonferenz in Hagenberg über die Bühne. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, die Plätze sind allerdings begrenzt.

Banner Nokia App Forum

Es freut mich, dass es uns gelungen ist, zusätzlich zu Nokia spezifischen Beiträgen (zu Qt, Maemo ) auch etwas breitere Themen für Web Developer anzubieten:

  • Vorträge und Sessions zu Phonegap: Phonegap ist „Mobile Development made easy„, für Web Developer leicht zu erlernen (HTML, Javascript, CSS) und ausserdem Cross-Plattform fähig. D.h. von einer Codebase für Nokia, iPhone OS und Android entwickeln. Den Vortrag halten Eva Maria Michelcic (thanks Markus für Hinweis) und Anton Pirker
  • Vorträge und Sessions zu Web Runtime Toolkit/ Widgets: Die Nokia Technologie, um mit typischen Web Development Knowhow Apps zu entwickeln. Baut ebenfalls auf HTML/JavaScript/CSS auf, mit JavaScript Zugriff auf einige device APIs.
  • Mobile Website Development: Auch wenn die ganze (mobile) Welt scheinbar über nichts als Apps redet – Mobiloptimierte Websites sind mir persönlich viel wichtiger. Ein Kollege von PXP zeigt in einer Session ein paar Tricks zum Thema anhand eines Kundenprojektes,  des Pressehandbuchs.
  • Wikitude: Mobilizy werden eine neue Version ihrer Nokia AR App präsentieren und ein bisschen über ihre Erfahrung mit dem Nokia Ovi Store erzählen

Die Zielgruppe sind also nicht nur Hardcore-Mobiledeveloper, sondern viel mehr genauso technisch Interessierte Projektmanager wie Web Developer. Ausserdem findet am Freitag abend der MobileMonday zum Thema App Marketing statt, das MoMo Team hat einige sehr interessante Personen eingeladen.

Die genauen Inhalte der Gesamtaktion kann man auf www.nokiaappforum.com nachlesen, die Anmeldung erfolgt über Amiando:

Zum Nokia Mobile Developer Forum Anmelden

Am Projekt und an der Umsetzung beteiligt sind  neben Nokia und PXP auch Sabine und Vera von Ambuzzador, weiters danke ich Mark Kramer und Peter Vesterbacka für inhaltlich/organisatorischen Rat.


Das Nokia N97 – eine gute Mischung aus Gadget und Arbeitstier

Ich bin seit ca 1 1/2 Jahren ein mobiler Vielsurfer auf meinem Nokia E61 und war eigentlich mit einem gut funktionierenden Browser (Opera Mini) bisher rundum glücklich. Das Betriebssystem des Mobiltelefons war mir bisher ziemlich egal und mein Verständnis für die Funktionen von Symbian S60 (=Betriebssystem von teureren Nokias) reichte grad mal zum starten von Opera.

Hinweis: Ich arbeite als Neighborhood Planner für PXP / Wunderman für den Kunden Nokia (Region ASE). Die Aussagen in diesem Blog sind meine Privatmeinung und haben mit der Meinung meines Auftraggebers nicht zwangsläufig etwas gemein. Ich bin in meinem Blog um kritische Distanz zu Nokia bemüht.

Seit ich nun in den letzten Wochen mehr und mehr in die Welt der Applikationen und Services von Nokia eintauche, merke ich wie wenig Aufmerksamkeit ich dem zugrundeliegenden OS bisher gewidmet hab und lern täglich ein paar nützliche Kniffe hinzu (zb Menü Taste lange drücken öffnet Task Manager – jaja iPhone Freunde, am Nokia laufen Anwendungen auch ohne jailbreak parallel :-)). Viele weitere gute Tipps gibts bei s60.at/forum/tipps.htm.

Jedenfalls kann ich mich nun wieder besser in die Rolle eines Computeranfängers reinversetzen, Handybetriebssysteme sind mittlerweile wirklich eine ziemlich umfangreiche Angelegenheit.

Ich hab nun endlich mein altes Nokia E61 gegen ein neues Nokia N97 getauscht und bin die letzten Tage ausführlich am Testen. Der Eindruck der ersten Woche ist durchaus positiv, hier ein kleiner Erfahrungsbericht der Highlights und Tiefpunkte beim täglichen Arbeiten mit dem N97. Infos zur Hardware- und Softwareausstattung vom N97 gibts in einem ausführlichen Bericht von Mr. Mobile Helmut Hackl im S60.at Magazin.

Als erstes habe ich mal die Nokia Ovi Suite 2.0 Beta am PC installiert (Ablösung der Nokia PC Suite und einiger anderer Clientsoftwareprodukte von Nokia wie zb Map Loader).

Das folgende Video von Nokia Conversations zeigt kurz und bündig den Funktionsumfang:

Das Programm hat seine Ecken und Kanten, was auch die Beta Version erklärt, scheint mir aber schon jetzt die sinnvollere und zukunftssicherste Variante der Clientsoftware zu sein.

Ovi and Ovi Suite 2.0

Ovi and Ovi Suite 2.0

Einen Ovi User auf ovi.com hatte ich bereits vom E61, damit habe ich zuerst mal die Daten von meinem alten Telefon auf das N97 transferiert. Dazu habe ich das N97 in ovi.com hinzugefügt und bin den Anweisungen gefolgt: an mein N97 wurde eine SMS mit den Konfigurationseinstellungen für das Syncprofil von ovi gesendet – ein ziemlich komplizierter Weg, das hätte Nokia auch schon vorkonfigurieren können. Danach über die Hilfe-Applikation nach dem Synceinstellungen gesucht, Ovi ausgewählt und gesynct. Das syncen der Kontakte hat super funktioniert, meine Notizen hab ich leider nicht transferieren können.

Zur Bedienung des Geräts: Ich hab festgestellt, dass man den Touchscreen erst an seine individuelle Arbeitsweise anpassen muss (unter Einstellungen -> Telefon -> Touchscreen), damit er wirklich einwandfrei funktioniert. Ich musste zb die Stiftbreite auf „Breit“ einstellen (ich verwende, so wie vermutlich 99% die Finger und nicht den mitgelieferten Stift) und die Kalibrierung durchführen, damit der Touchscreen Sinn ergibt.

Beim Betriebssystem merkt man zwar, dass es aus Zeiten stammt, wo von Touchscreen noch keine Rede war. Die Fingerbedienung mit Wischen und Ziehen ist nicht in allen Screens ident bzw möglich, allerdings gewöhnt man sich dran bzw kennt die Navigationsmetapher bereits von anderen Nokia Handys.

Der Lagesensor (Handy drehen dreht die Darstellung um 90°) war bei mir nach der Auslieferung des Handys übrigens deaktiviert, ich musste es unter Einstellungen > Telefon > Lagesensor erst einschalten.

Dazwischen mal ein kleiner Test der Applikationen. Das Facebook Widget auf der Startseite ist nett und zeigt live die aktuellsten Updates von Facebook, das Facebook Logo nimmt allerdings unnötig viel Platz weg. Das Widget auf der Startseite ist nur der erste Teil der Applikation, ein Klick auf das Widget öffnet die Applikation in Full Screen (ausführlicher Testbericht auf n97fanatics). Die Facebook Applikation ist soweit ok, auch wenn sich schnell ein paar Bugs finden. Die angezeigten Nachrichten meiner Facebook Wall sind nicht vollständig bzw aktuell (vielseits reporteter Bug), beim Upload eines Handyfotos direkt aus der Applikation erscheint eine Fehlermeldung, obwohl es schlussendlich korrekt hochgeladen wurde. Da wird man noch ein bisschen schrauben müssen, um die App wirklich stabil hinzubekommen.

Anders dagegen Gravity, meine erste App, die ich aus dem Ovi Store runtergeladen habe, und seit langem wieder mal Software, für die ich selbst Geld ausgegeben habe (10€ – hey harald, wieviel hast du gestern für burger und bier ausgegeben :-)). Gravity ist ein wirklich guter Twitter Client mit allen Features, die man erwartet und ein wirklicher Best Practice für die Funktionen des N97.

Ich bin gespannt wie die Nokia Nutzerschaft auf die Preise der Applikationen reagiert und ob Nokia es schafft, einen höherpreisigen Durchschnittswert als Apple bei den Applikationen zu etablieren – für Entwickler könnte dann die Kombination von grösserer Reichweite und höherer Marge schnell interessant werden.

Ich hatte den Ovi Store bereits mal am E61 getestet und war schon am verzweifeln – nicht funktionierende Links, wenige kompatible Inhalte und die kognitive Leistung, am Mobiltelefon store.ovi.mobi und nicht store.ovi.com anzusurfen ließen mich ernsthaft zweifeln. Anders am N97: Mit der Ovi Store Applikation am N97 funktionierte die Auswahl, die Bezahlung per Kreditkarte, der Download und die Installation von Gravity allerdings wirklich smooth und ohne Probleme. Das Video zeigt die Installation einer App über den Ovi Store – für alle Fussball Freunde:

Allerdings erhoffe ich mir für den Ovi Store noch deutliche Verbesserungen in der Ausstattung mit guter Software – Klingeltöne und Cartoon Network Videos finde ich weniger interessant, die Kategorie Business Software und Web 2.0 Standardsoftware ist zwar vorhanden, aber stark unterrepräsentiert. Da es allerdings in freier Wildbahn noch viele gute Apps gibt, die noch nicht im ovi store enthalten sind, erwarte ich mir da baldige Besserung. Ich hoffe auch das es bald mehr Applikationen gibt, die man als Widget auf der Startseite platzieren kann.

Zu guter letzt hab ich noch ein Update der N97 Systemsoftware durchgeführt (mithilfe von Ovi Suite 2.0, da das Update over-the-air leider keine neuere Version anzeigte). Das Update von von 10.0.012 auf 11.0.021, welches einige Bugs behebt, lief grundsätzlich ohne Probleme, Achtung beim Ausführen der Funktion in einem Firmennetzwerk – die Fehlermeldung bzgl Verbindungsproblem liegt an einer Sperre in der Firmenfirewall.

Fazit: Bis auf ein paar Macken find ich das N97 ausgezeichnet, vermutlich zwar nichts für eingefleischte iPhone Liebhaber die auf Simplizität stehen (ich konnte meine iPhone Freunde noch nicht überzeugen). Aber dafür auch deutlich offener,  vielseitiger und individueller anpassbarer – eine gute Mischung aus Gadget und Arbeitstier.