Werbeblocker – AdBlocker Technologien

Ich habe bereits mal vor einigen Jahren und nun wieder die letzten Tage die vorhandenen AdBlocker Technologien evaluiert, weil ich darauf aufbauend ein userzentriertes Werbenetzwerk (sowas wie eine sinnvolle Variante des ehemaligen  AllAdvantage.com oder des mittlerweile wieder toten agloco) durchdacht habe. Hier meine Erkenntnisse der Evaluierung der verfügbaren Werbeblocker.

Was sind AdBlocker: Ein AdBlocker oder Werbeblocker verhindert die Anzeige von Werbung (Display Ads oder AdWords) auf Webseiten oder in Applikationen. Der professionelle Werber wird sich fragen: Ja, dürfen’s denn des?

Nach einer Auskunft eines Medienanwalts ist die klare Antwort „Ja“, solange das Verfügungsrecht über die Daten auf dem lokalen PC auf Seiten des Berechtigten (PC-Users) bleibt. Wenn die Transparenz über die Funktionsweise des Plugins für den Benutzer ausreichend dargestellt wird, verstösst der Pluginanbieter auch nicht gegen § 126a StGB Datenbeschädigung.

Die Diskussion über das Für-(Reduzierung von Bandbreite und Störquellen) und Wider (Werbeeinnahmenentgang für Inhalteanbieter) zu AdBlocker findet sich an vielen Stellen im Web und ist mir hier nur ein kurzes Statement wert:  Ich bin froh, dass das Internet nach einem so offenen Prinzip funktioniert, welches das Ausfiltern von Werbung ebenfalls möglich macht. Gott sei Dank wurde das Internet nicht von einem Werber erfunden. Der Rest ist Vertrauens – und Loyalitätsaufbau mit dem Kunden. Da werden auch so lustige Seiten der Werbeindustrie nichts helfen: http://www.adblocker.at/adblock/

Bei der Funktionsweise der Werbeblocker kann man nach den Typen „Browserplugin“ (zb AdBlock Plus) und „lokale Proxyapplikation“ (zb AdMuncher) unterscheiden:

  • Die Browserplugins verhindern entweder den Aufruf der Werbung (Blocken des http-Requests, bevor er an den Webserver des Werbebetreibers gesendet wird) oder verstecken Werbung, nachdem sie geladen wurde (weil sie zb direkt in der Website eingebettet ist und nicht erst extern geladen wird). Die meiste Werbung kann schon ausgefiltert werden, bevor die Werbebanner geladen werden. Es reduziert sich also gleichermaßen Netzwerktraffic wie die Werbeeinnahmen von Sitebetreiber. Die meisten Browserplugins arbeiten bei der Erkennung von Werbung auf Basis von Filterregeln (zb filtere alle URLs, die ‚&ad_keyword=‘ enthalten).
  • Applikationsproxies wie AdMuncher sind komplizierter in der Handhabung, können theoretisch aber verlässlicher filtern: AdMuncher ist eine Clientapplikation für Windows, die sich selbst als Proxy registriert. Das heisst, alle Http-Requests werden an AdMuncher gesendet und dort nach definierten Filterregeln gefiltert und geblockt. Deshalb kann AdMuncher Werbung aus allen Programmen filtern, d.h. sowohl aus Webseiten als auch aus installierten Applikationen wie Kazaa.

Die Zahl der unterschiedlichen Browserplugin-Produkte sind in den letzten 3 Jahren deutlich gestiegen, mit den Pluginmöglichkeiten für Safari und Chrome werden nun alle relevanten Browsertechnologien unterstützt: es gibt AdBlocker für Firefox (AdBlock Plus), IE (IE7Pro, Adblock IE, Quero), Safari (AdBlock for Safari) und Chrome (AdBlock for Chrome),  Opera wurde von mir nicht betrachtet.

Viele der von mir betrachteten Plugins verwenden mittlerweile die von AdBlock Plus etablierten Filterlisten, weshalb das Ausfiltern von Werbenetzwerken auch so effizient funktioniert. Die zentral gewarteten Listen werden ständig upgedatet und schnell an alle Clients verteilt.

Die AdBlocker temporär zu umgehen wäre grundsätzlich möglich (zb Ändern von URLs, Server Side Includes der Ads), ist aber bei grösseren Werbenetzwerken schwierig und kommt schlussendlich einem Katz und Mausspiel zwischen Adblocker und Werbenetzwerk gleich. Einige Seiten versuchen AdBlocker zu detektieren und zeigen dem Endbenutzer dann einen Warnhinweis an, appellieren an seine Loyalität den Werbeblocker abzuschalten(zb bei tvshack hab ich das mal beobachtet). Eine Beschreibung der Vorgangsweise der Erkennung von installierten Werbeblockern findet sich bei thepcspy (Javascript Test auf Höhe eines iFrame, in das eine Google Werbung geladen wird. Wenn = 0, dann Werbeblocker),  eine Demo der Detection und Warnhinweis findet sich unter adblock.org

Grundsätzliche Technologien und Produkte

Im Internet Explorer werden die Werbeblocker auf Basis der Browser Helper Objects implementiert. Im Firefox basieren sie auf den Gecko Content Policies. Im Webkit hab ich mir die dahinterliegende Technologie noch nicht angesehen.

Hier eine Liste der Werbeblocker ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Admuncher

  • URL: http://www.admuncher.com/
  • Black / Whitelisting von Hostnamen, Pfaden, etc
  • Generelle (*ad*) und spezielle Filteregeln (tradedoubler.com/*)
  • Regeln für Sourcecodeeinbringung in spezielle Sites (css hacks)
  • Zentral verwaltete Listen
  • Eigene Listenerweiterungen definierbar
  • Meldungen über Advertisement-Sites durch User an Admuncher Redaktion
  • Admuncher kann durch Proxy alles (In IE und Moz Browser, Email-Client, Images, Flash, Textads von Hosts) mit einer hohen Trefferquote (zb. Javascript-Erzeugung von URL’s hat keinen Einfluss) filtern

Quero

  • URL: http://www.quero.at/
  • Reagiert auf Wörter wie „banner“ in Image Namen
  • blockt ALLE Flash Objects, nicht nur spezielle von Adserver
  • schreibt HTML-Datei um (HTMLFilter), kommentiert verdächtige IMG-Links aus
  • Sehr schwache Implementierung, keine hohe Trefferquote mit angewandten Verfahren möglich (zumindest Stand 2007)
  • Seit Ende 2009 Open Source (GPLv3)

IE7Pro

  • URL: http://www.ie7pro.com/
  • White / Blacklisting
  • Blacklist stark Keywordbasiert (ad*, adbot*, etc)
  • für IE6, IE7 und höher

Adblock IE

http://adblockie.codeplex.com – nicht näher betrachtet

Adblock / Adblock Plus

Die Entwicklung von Adblock wurde eingestellt. Daraus hat sich der Fork AdBlock Plus entwickelt. Grundsätzlich macht AdBlock Plus eine Interception der Requests (Blocking), fängt die Calls also ab, bevor sie gesendet werden. Für Spezialfälle (statische Werbung in HTML) gibt es allerdings auch die Regeln, um direkt Divs im Content zu verstecken (Hiding).

AdBlock for Chrome

Arbeitet auf den AdBlock Plus Listen. GPLv3
https://chrome.google.com/extensions/detail/gighmmpiobklfepjocnamgkkbiglidom?hl=de

AdBlock for Safari

Port von AdBlock for Chrome zu Safari, arbeitet also auch auf den AdBlock Plus Listen. GPLv3
http://safariadblock.com/

Safari AdBlocker

Verwendet die AdBlock Plus Listen. Nur für Safari auf Mac
http://www.sweetpproductions.com/safariadblocker/index.htm

NoScript Plugin für Firefox

Nicht direkt ein AdBlocker, aber bekanntes Plugin, welches das Ausführen von KJavascripts unterbindet. Kann auch zum ausfiltern von Ads verwendet werden. URL: https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/722/
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