Mit 'enterprise 2.0' verschlagwortete Einträge

Atlassian Confluence 3.0 veröffentlicht

Confluence 3.0, die neueste Version des Enterprise Wiki von Atlassian, wurde nun veröffentlicht und bringt eine Unzahl von sinnvollen und lang erwarteten Features. Ein Video im Atlassian Blog zeigt viele der Funktionen in Aktion, die Release Notes finden sich unter Confluence 3.0 Release Notes und zeigen alle neuen Features in Screenshots und Beschreibungen.

Bei den neuen Funktionen sind der Macro Browser, die Microblogging Funktion und der damit verbundene Activity Stream hervorzuheben. Am Besten direkt auf den Atlassian Seiten ansehen.

Als kleiner Tipp: Wer ein Produktivsystem mit vielen „anspruchsvollen“ Benutzer betreibt und noch ein wenig auf die 3.0 Version warten kann, sollte vielleicht noch die ersten Bugfixes in der Version 3.0.1 abwarten. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Atlassian bei Major Releases nach relativ kurzer Zeit ein Bugfix-Release nachlegt und damit manche Unschönheiten ausbügelt.

Der Blick in die Zukunft (der Roadmap von Confluence) zeigt, dass Atlassian wohl ziemlich beschäftigt mit dem 3er Release war und alles reingepackt hat, was an sinnvollen Features anstand – derzeit sind nicht viele grössere Features gescheduled. Ich würde mich über eine sinnvolle Integration des Scaffolding Plugins (Strukturierte Datenverwaltung zusätzlich zu Wiki-Ansatz) bzw einen bordeigenen Ansatz, verschiedene Seitentypen zusätzlich zu den Wiki-Seiten(zb Portal Pages zur Platzierung von Macros ausserhalb von Wiki-Seiten) und über tatsächliches Templating von Wikiseiten (vorbelegen von Teilen einer Wikiseite) freuen. Mal schauen was Atlassian in Zukunft noch einfällt.

Forrester Community Platforms Report Gratisdownload

Forrester Research, namentlich Jeremiah K. Owyang (Blog sehr lesenswert!), hat den Community Platform Markt untersucht und eine Richtschnur für Brands/Enterprises zu den Vor- und Nachteilen der Systeme von 9 Anbieter geschaffen. Als „Gewinner“ gehen Jive Software and Telligent Systems hervor. Jive Clearspace kenne ich seit der Web2.0 Expo 2007, ein wirklich sehr gutes Produkt, dessen offensichtliche Nähe zu Atlassian Confluence auch vom Produktmanager zugegeben wurde. Jive hat allerdings sein Produkt an Nicht-Techniker ausgerichtet (weniger Wiki-Metapher, mehr Funktion) und mittlerweile konsequent bzgl Usability optimiert. Jive bietet mit Jive Clearspace Community eine Version parallel zu ihrer Business Collaboration Platform an. Preislich lag Jive Clearspace damals übrigens deutlich über Atlassian Confluence.

Executive Summary
Forrester evaluated nine of the 90-plus vendors in the exploding community platforms market. Jive Software and Telligent Systems lead the pack because of their strong administrative and platform features. Both Strong Performers, KickApps and Pluck enable large Web sites to quickly scale with social features. Also in the Strong Performer category, Awareness, Lithium Technologies, and Mzinga enable brands to build branded communities while LiveWorld offers brands agency-like services. Leverage Software is not on par with the others in the category, but it is a Contender with strong offerings for medium-sized businesses.

The vendor (Jive Software) offers a true community platform for brands to use for external marketing and internally focused communities.

Den Report gibts als Gratisdownload (mit Registrierung) bei Telligent. Vielen Dank an Peter Kim für den Artikel in seinem Blog.

Ist Atlassian Confluence Enterprise ready?

Atlassian Confluence, von Atlassian seit jeher als „Enterprise Wiki“ bezeichnet, wird nun wirklich immer mehr „Enterprise-ready“. Ich beziehe die „Enterprise“-Anforderung dabei eher auf die Bedürfnisse des typischen Enterprise Users (aka Business User oder Information Worker), also der mit MS Word, Excel und Powerpoint arbeitende dokumentenbasierte Usertyp. Aus technischer Sicht ist Confluence schon lange für Unternehmen einsetzbar  (Java, Clusterfähig, Oracle support, LDAP Integration, etc)

Aus meinen Erfahrungen bei PXP im Einsatz von Confluence war mir klar, dass Atlassian irgendwann die pure Wiki-Metapher etwas erweitern muss, um in einem Unternehmen nicht nur die Techies zu erreichen. Verwaltung und Anzeige von Dokumenten, ein bulletproof Richtexteditor, strukturierte Datenverwaltung über Formulare, Templates für die Anzeige von Informationen – all das ist nun grundsätzlich vorhanden. Zusätzlich stellt Confluence nun immer mehr die Benutzer und ihre Aktionen in den Vordergrund und platziert diese rund um den Content.

In der Theorie war das schon seit ca Version 2.7 so, in der Realität allerdings waren ein paar kleinere Bugs und fehlende Features dafür verantwortlich, dass ich immer mit etwas Erklärungsnotstand vor den Business Usern saß.

Was ist also neu und erwähnenswert in Atlassian Confluence 2.10:

  • (Verbesserter) Office Connector für MS Office und Open Office, bundled im Produkt: Wikiinhalte können in Word editiert werden, Worddokumente direkt in Wikiinhalte umgewandelt werden
  • Automatische inline view Funktionen von MS Office und Open Office Dokumente: die Anzeige von Office Dokumenten direkt im Wiki über die manuelle Platzierung des ViewFile Macros war schon länger möglich, nun ist die Funktion automatisiert integriert. Man benötigt kein MS Office oder Open Office, sondern kann Word, Excel oder PowerPoint Dokumentedirekt im Browser betrachten
  • Default Homepage für Spaces, d.h. einfache Space-Templates.  Die Grundfunktion gabs schon lange, allerdings erst mit 2.10 den Bugfix für Default Space Content does not support macro, der die Funktion unbrauchbar machte. Nun kann die Startseite von zb Projektspaces einheitliche Funktionen und Aussehen bereitstellen. Komplexe Templates für Spaceinhalte müssen aber weiterhin über Plugins selbst entwickelt werden.
  • Widget Connector:  Konsolidierung vieler Einzelmacros (flickr macros etc), simples einbinden von Google Gadgets, Videos, Twitter und Friend Feed, Slidehare, Sliderocket, Scribd etc.
  • Verbesserte JIRA Macros zur Anbindung von Atlassian JIRA Issue Management
  • Nett: Admin interface für CSS Stylesheet Änderungen
  • Verbesserte Plugin Architektur

Seit langem ist mir unverständlich, warum Confluence in einem für mich wesentlichen Punkt zb Jives Clearspace und Mindtouch’s Deki absolut hinterherhinkt: Die Benutzbarkeit von Macros ohne Eingabe von Code – d.h. die Benutzbarkeit von 90% der Funktionalität für 90% der Anwender über ein User Interface zur Konfiguration der Macros. Nun endlich die Ankündigung für die Version 3.0: der Confluence Macro Browser soll diese Lücke schliessen. Hiermit kann endlich die volle Funktionsvielfalt der Zusatzmakros über ein Userinterface für alle Benutzer erschlossen werden. Ich hoffe Confluence 3.0 wird bald veröffentlicht, in der Zwischenzeit (und nicht nur da) lohnt sich auch ein Blick auf Mindtouch’s Deki – mit seinem dual licencing scheme sowohl im Enterprise als auch im Privatumfeld interessant. Die Diskussion zum Vergleich Confluence vs Deki im Deki Forum ist für Interessierte sehr zu empfehlen.

Um den Hintergrund darzustellen: Ich halte Atlassian Confluence für eines der besten Stück Software, die im Umfeld Web Content Management je geschrieben wurden – für Intra- und Extranetprojekte sowieso, für Internetprojekte in zunehmenden Maße. Viele Web CMS Systeme und Frameworks sind für mich Ungetüme aus der Urzeit des Internets, wo ein Projekt immer endete, wenn es eigentlich erst beginnen sollte: Zum Zeitpunkt des Launches. Schon lange vor dem Launch ist es mit der Flexibilität zur Anpassung an geänderte Rahmenbedingungen vorbei. Es wird in hundertseitigen Dokumenten die Funktionsweise eines Systems in jedem Detail beschrieben, Frameworks gekauft, die die Komplexität (und den Preis) einer Marsmission haben, 5 stufige Workflows mit 3 stelligen Versionsziffern spezifiziert und Content Master zu Sklaven ihres Systems degradiert. Es mag große und komplexe Projekte geben wo dies der einzig mögliche Weg ist, oftmals ist es aber Overkill und erfolgsverhindernd.

Ein Projekt mit Atlassian Confluence kann anders aussehen. Die Wiki-Metapher determiniert die Art der Nutzung nicht schon vor Beginn des Livegangs, vieles kann on-the-fly (durch Macros, Seitenstrukturen, ad-hoc Prozesse, etc) erweitert werden, grössere Änderungen durch die Entwicklung von Plugin Extensions trotzdem realisiert werden. Für den trotzdem häufig benötigten strukturierten und „starren“ Teil des Intra- oder Extranets kann man entweder mit Confluence pragmatische Lösungen finden oder Microsoft Sharepoint anbinden. Zu Sharepoint kann man stehen wie man will, im Enterprise Umfeld kommt man schwer dran vorbei. Atlassian ist ein offizieller Microsoft Partner und hat den Confluence Sharepoint Connector entwickelt (wurde übrigens scheinbar nun verbilligt!). Damit können Confluence und Sharepoint bidirektional verbunden werden. Eine tiefgreifende technische Erklärung findet sich im MOSS Team Blog unter SharePoint Connector for Confluence – How We Did It.

Dieser Artikel hat als Grundlage den von mir im PXP Blog verfassten Artikel Confluence Wiki und die Bedürfnisse des Enterprise Users. Fragen und Anregungen gerne in den Kommentaren beider Artikel.

Enterprise social software

Definition von Enterprise 2.0 Software auf Wikipedia:

In contrast to traditional enterprise software, which imposes structure prior to use, this generation of software tends to encourage use prior to providing structure.

Dies deckt sich mit meinen Beobachtungen aus unserer internen Verwendung eines Wikis als zentrales Projektbegleitungstool und den oftmals in Kundenprojekten angetroffenen Intranets mit laaaangen Planungs-, Implementierungs- und Einführungsphasen. Das Wiki bei uns war bereits in starker Verwendung noch lange bevor wir das erste mal über ein Regelwerk für den konkreten Umgang nachgedacht haben. Jetzt verwendet es die gesamte Firma, um gemeinsam mit dem Kunden Projekte zu planen. Das ganze ohne eine Zeile Code- oder Designanpassung zu machen. Auch aus einem Kundenprojekt kenne ich dieses Feedback: Parallel zum langlaufenden Relaunchprojekt eines Intranets wurde in wenigen Wochen ein Wiki aufgesetzt und gewann ohne grosse interne Werbung schnell Akzeptanz.

Enterprise 2.0 im täglichen Arbeitseinsatz

Enterprise 2.0 Präsentation von Scott Gavin: Einsatz von Web2.0 Tools in der Firma. Im Grunde nichts neues, aber gut komprimiert

Grundsätzlich setzen wir bei meiner Firma dieselben Tools ein (Confluence Wiki, JIRA, Social Bookmarking, Blogs, Feeds), mal schauen wann wir die Durchdringung durch alle Teammitglieder schaffen


Delicious

Me@Twitter